Im Alter lernen wir langsamer, aber…

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Lernen – das assoziieren wir mit Schule, Uni, jungen Menschen. Für Schüler und Studenten wird ständig geforscht und diskutiert: Wie nehmen sie Informationen wohl am besten auf, wie kann das Lernen noch effektiver werden?… Doch was ist mit den rüstigen Damen und Herren jenseits der Sechzig? Immer mehr Menschen wollen sich im Alter noch einmal weiterbilden. Wir haben hierzu eine interessante Schweizer Studie gefunden: Ja, sie stellte fest, dass Senioren Informationen deutlich langsamer verarbeiten. Wer jetzt aber davon ausgeht, dass Ältere deshalb automatisch beim Lernen benachteiligt sind, liegt allerdings falsch. Senioren mit großem Wortschatz und gutem Arbeitsgedächtnis merkten sich in der Studie neue Wörter besonders gut und schnell.

Die Verarbeitungsgeschwindigkeit hatte dabei kaum Einfluss (vgl. hier). Das Gehirn lässt sich nämlich mit einem Muskel vergleichen, der trainiert werden kann und mit mehr Training umso besser funktioniert. Obwohl Kinder den Vorteil in der Reaktionsgeschwindkeit haben, haben Senioren also einen jahrelangen Trainingsvorteil: Im Laufe ihres Lebens haben sie sich unschlagbare Lernhilfen wie ein längeres Konzentrationsvermögen und Selbstkritik angeeignet.

Während ein Kind also die Grammatikregel schneller lernt, kann der ältere Mensch dafür ausdauernder und selbstreflektierter an neues Wissen herangehen und so z.B. besser aus seinen Fehlern lernen (vgl. hier). Das Thema Lernen nach Schul- oder Studiumszeit abzuhaken, wäre also ein großer Fehler. Denn obwohl sie anders lernen als die Jungspunde, lernen Senioren keinesfalls schlechter. Angebote wie die Dresdner Seniorenakademie Wissenschaft und Kunst machen aus dem Lernen im Alter außerdem eine spannende und abwechslungsreiche Herausforderung. Dann sollte sich nur der Professor nicht wundern, wenn er statt 20-jähriger Studis ein graumeliertes Publikum im Hörsaal vor sich hat.

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