Ist schnelles Lesen wirklich hilfreich?

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Schneller lesen

Immer mehr Menschen haben es für sich entdeckt – das „Schnelllesen“. Je mehr Wörter pro Minute desto besser. Aus diesem Grund gibt es mittlerweile zahlreiche Workshops, in denen das schnelle Lesen trainiert wird. Laut einem Artikel von Centered Learning erhöhte eine Teilnehmerin dadurch ihre Lesegeschwindigkeit in nur drei Tagen von 230 Wörtern pro Minute auf 624. Doch aus welchem Grund sind so viele darauf aus, ihr persönliches Lesetempo zu steigern? Die meisten Menschen gehen davon aus, dass sie durch einmaliges Lesen eines Textes die wichtigsten Informationen behalten und sich somit schneller wieder mit anderen Dingen befassen können.

Dies ist jedoch nicht grundsätzlich der Fall: Beim schnellen Lesen kommt es nicht allein darauf an, den Text an sich zu lesen, sondern im Nachhinein auch alle wichtigen Informationen wiedergeben zu können. Ziel ist also, sich das Gelesene zu merken aber ebenso auch sinnvoll anwenden zu können. Viele Informationen verschwinden bereits direkt nach dem Lesen wieder aus dem Gedächtnis und spätestens nach zwei Tagen sind nur noch etwa 5% des Textes abrufbar. Dabei ist es egal, ob dieser schnell oder langsam gelesen wurde. Da die Fähigkeit, sich Gelesenes zu merken, auch über beruflichen Erfolg entscheidet, wäre es also nicht in erster Linie wichtig, das schnelle Lesen zu lernen, sondern vor allem das Lernen zu lernen.

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