Pubertät im Kopf

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Sie sind aufmüpfig, frech und haben eigentlich gar keine Lust: Schüler in der Pubertät können anstrengend sein – für Lehrer, für Eltern und für sich selbst. Die Universität Heidelberg und das Deutsche Krebsforschungszentrum wollen jetzt den neuronalen Ursachen für pubertäres Verhalten auf den Grund gehen, berichtet die Welt.

Abgesehen von den äußerlichen körperlichen Veränderungen wird in der Jugend auch das menschliche Gehirn umgebaut: Graue Hirnsubstanz, also Nervenzellen, werden durch weiße Hirnsubstanz, also Faserverbindungen, ersetzt und diese Prozesse machen das Hirn anfällig für Fehler, so Radiologe Bram Stieltjes. Deswegen untersucht man in der Studie auch, ob die Ursachen für psychische Krankheiten vielleicht in diesen Veränderungen während der Pubertät zu finden sind. Die Forscher sind bei ihren Forschungen auch an geschlechterspezifischen Unterschieden in der Entwicklung interessiert und scheinen die typischen Klischees zu bestätigen: Mädchen sind ruhig, Jungen sind hibbelig und entwickeln die Impulskontrolle laut dieser Studie erst einige Jahre später als Mädchen. Das bedeutet, dass Jungen während einer langen Phase ihrer Jugend unruhiger sind. Und das, stellt Forscher Stieltjes fest, in einer Zeit, in der Stillsitzen und Konzentration für die schulischen Leistungen besonders wichtig sind.

Sind pubertierende Jungen also grundsätzlich in der Schule benachteiligt? So einfach lässt sich ein allgemein gültiges Urteil dann doch nicht fällen. Denn zum Einen ist die Studie noch nicht abgeschlossen und zum Anderen ist die Teilnehmerzahl mit nur 120 jungen Menschen sehr gering. Dennoch bleibt es spannend zu beobachten, wie die Wissenschaft im Zuge des technischen Fortschritts den Geheimnissen der Entwicklung unseres Hirns näher kommt und welche Überraschungen die Forschung zum Thema Lernen und Schule wohl noch bereithält.

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