Wie aus “Wauwau” Hund wird

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„Dududududu, so ein süßi-püßi Sputzibutzi!“ So oder so ähnlich reden viele mit ihren Kleinsten. Da stellt sich die Frage, wie der Sprössling trotz eigenartigster Fantasiewörter in Babysprache irgendwann den korrekten Wortschatz und das Sprechen seiner Muttersprache erlernt. Viele Jahre ging die Wissenschaft davon aus, dass ein Kind bevor es nicht richtig sprechen auch nicht richtig denken kann. Mittlerweile weiß die Entwicklungspsychologie: Die Phase vor dem Sprechen ist sogar die notwendige Grundlage dafür, dass wir sinnvoll miteinander reden können.

Bevor sie ihre ersten Laute brabbeln, beginnen Babys nämlich damit, ihre Welt zu kategorisieren. Interessant ist, wie die Kleinen diese Einteilung entwickeln: In ihrem ersten Lebensjahr unterscheiden sie in ziemlich grob gefassten Kategorien zwischen Objekten und Lebewesen. Dann erst lernt das Baby genauere Differenzierungen. Von diesem Ergebnis vieler Studien ist die Entwicklungspsychologie überrascht, da man bis dato davon ausging, dass Babys z.B. Dinge, die sich ähnlich sehen, als eine Kategorie verstehen. Statt aber vom Detail in die Abstraktion zu gehen, denken Babys genau anders herum.

Sie beginnen mit der abstrakten Einteilung Lebewesen/Objekt und unterscheiden im Laufe ihrer ersten Lebensmonate immer detaillierter. Ein ‘Wauwau’ kann z.B. erst einmal die Bezeichung für Lebewesen sein. Später ist mit ‘Wauwau’ dann nur noch der ‘Hund’ gemeint. Ob es aber z.B. die Bewegung oder das Gesicht eines Lebewesens ist, das es vom Objekt unterscheidet, da ist sich die Wissenschaft noch nicht ganz einig (vgl. hier). Wie genau Kinder in ihren ersten Lebensmonaten lernen, Dinge zu benennen, bleibt also ein spannende Frage.

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